„Die Sichtbarmachung der Opfer rechter und rassistischer Gewalt seit 1945 bis heute und die Erinnerung an sie ist gerade am 8. Mai sehr wichtig. Denn die rassistischen Morde an Migrant*innen und Geflüchtete stehen in der Kontinuität der Nazi-Herrschaft, die Millionen von Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Homosexuellen, Menschen mit Behinderung das Leben kostete. Das Ende des Krieges hat mitnichten ein Ende faschistischer Gewalt bedeutet. In Deutschland hat keine Entnazifizierung und keine grundlegende antirassistische institutionelle Arbeit stattgefunden. Wir möchten deshalb rechtsextrem motivierte Morde nach 1945 an Migrant*innen, Asylbewerber*innen, an Schwarzen Menschen und People of Color, an Jüd*innen, an behinderten Menschen, Obdachlosen, Frauen, und anderen Opfergruppen in Erinnerung rufen. Wir erinnern vor allem auch an die Fälle tödlicher rassistischer Gewalt durch staatliche Institutionen (in Gefängniszellen, Abschiebeinstitutionen, Kliniken, oder durch die Polizei), bei denen ein rechtes Motiv zwar oft nicht anerkannt ist, die aber direkt mit der Nicht-Aufarbeitung rassistischer Ideologien in Deutschland zusammenhängen.

Die Bundesregierung erkannte bis heute lediglich 94 Tötungsdelikte als rechts motiviert an. Laut Recherchen u.a. der Amadeu Antonio Stiftung, der Initiative Opferperspektive e.V., des Tagesspiegel und der ZEIT liegt die Zahl aber allein ab 1990 gesichert bei über 200 Personen, Verdachtsfälle sind hier nicht mitgezählt. Die meisten davon hatten ein rassistisches Motiv. In diesem Video können nur ca. 100 Namen aus den Jahren 1945 bis 2020 stellvertretend für die vielen, oft gänzlich unbekannten Schicksale genannt werden. Wir haben mit der Initiative 19. Februar (Hanau) und zahlreichen weiteren Gedenkinitiativen sowie Angehörigen und solidarischen Menschen im Vorfeld über die Aktion gesprochen. Ohne die unermüdliche Arbeit dieser Menschen und Initiativen, ohne die migrantische Selbstorganisierung, die Arbeit der Black Community Coalition for Justice and Self-Defense, die sorgfältigen unabhängigen und kritischen Recherchen, und das tägliche Kämpfen um die Erinnerung, wären uns selbst diese Namen unbekannt. 

Wir trauern um die Opfer und werden ihre Namen nicht vergessen. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und Freund*innen.

#saytheirnames #hanauistüberall #keinvergessen

Aktionsbündnis Hanau ist überall - Tag des Widerstands 8. Mai“

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